Genesis – Bernard Beckett

17 Nov

Genesis, Beckett

awesomatik auf Buchfühlung
Genesis – Bernard Beckett

Was bedeutet es ein Mensch zu sein? Dieser Frage widmet sich Bernard Beckett in „Genesis“, einem futuristischen Kammerspiel à la „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre. Der kurze Roman  (150 Seiten) wird in Form eines Bewerbungsgespräches erzählt. Die junge Anaximander bewirbt sich um einen Platz in „Der Akademie“. Dafür hat sie einen Vortrag über ihren Kindheitshelden Adam Forde vorbereitet.
Über das Frage und Antwort Spiel zwischen Prüfern und  Bewerberin erfährt der Leser alles über das post-akpokalyptische Gesellschaftssystem in dem die Geschichte stattfindet. Wie muss eine Gesellschaft organisiert werden, damit sie funktionieren kann, dieser Frage geht Beckett im ersten Teil nach und widmet sich in der zweiten Hälfte dem Thema der künstlichen Intelligenz. Was unterscheidet Mensch und Maschine? Wo verläuft die Grenze zwischen künstlicher und natürlicher Intelligenz? Kann eine Maschine ein Gewissen entwickeln? Diese Fragen werden größtenteils anhand von Dialogen zwischen Adam Forde und dem Androiden Art behandelt. Wie der Titel „Genesis“ vermuten lässt, werden auch Fragen zur Schöpfung und zum Verhältnis zwischen Schöpfer und Schöpfung behandelt.
Am Ende des Gesprächs steht die Bewerberin vor dem letzten großen Geheimnis der „Akademie“.

Fazit
Beckett gelingt es mühelos philosophische Fragen in ein aufregendes Kammerspiel zu verpacken. Ständig wird der Leser animiert, sich eigene Gedanken zu machen. Die Spannung nimmt stetig zu und kulminiert quasi auf der letzten Seite in einer finalen Offenbarung. Ein kurzes Lesevergnügen, dass es in sich hat.

Wertung 3,5/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut     5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
Wie spannend und dramatisch die Forschung und Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz ist kann und sollte man unbedingt hier nachlesen! Außerdem noch ein Buchtipp zum Thema „perfekte Gesellschaften“. In dem Thriller The Hummingbird Saint. beschreibt Hector McDonald den Versuch eines reichen Philantropen, auf einer südamerikanischen Insel,  eine utopische Gesellschaft zu erschaffen. Wie Bernard Beckett inspiriert sich auch McDonald bei den Philosophen aus der griechischen Antike.

Bevor ich demnächst meine Top Bücherliste 2010 raushaue, sind hier meine Gewinner aus dem letzten Jahr.

 


Amazon Partnerlink

Genesis

Advertisements

4 Antworten to “Genesis – Bernard Beckett”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Plug and pray « - 22. November 2010

    […] and pray – Jens Schanze Passend zu meinem vorherigen Post über „Genesis“ von Bernard Beckett, kommt nun „Plug and Play“ in ein paar […]

    Gefällt mir

  2. awesomatik – Lieblingsbücher 2010 « - 15. Dezember 2010

    […] 5. Homicide – David Simon 6. Das Ende ist mein Anfang – Tiziano Terzani 7. Genesis – Bernard Beckett 8. Le cosmonaute – Phillipe Jaenada 9. The Corner – David Simon 10. Asterios Polyp […]

    Gefällt mir

  3. Computerliebe « - 17. Februar 2011

    […] Filmtipp: „Plug and Pray“ von Jens Schanze Mein Buchtipp:  „Genesis“ von Bernard Beckett Mein Lesetipp (Wired-Artikel): Die unglaubliche (aber wahre) Geschichte über den Selbstmord zweier […]

    Gefällt mir

  4. Lieblingsbücher 2011 « awesomatik - 28. Dezember 2011

    […] David Mitchell 10. Schande – J.M. Coetzee 9. The Picture of Dorian Gray – Oscar Wilde 8. Der Name der Rose – Umberto Eco 7. Duell im ewigen Eis – Rainer K. Langer 6. Das […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: