Das Holz für die Särge

6 Mrz

awesomatik auf Buchfühlung
Du bois pour les cercueils – Claude Ragon

Der Direktor einer Holzverarbeitungsfabrik wird tot aufgefunden. Zunächst deutet alles auf einen Arbeitsunfall hin, doch ein anonymer Brief an die Polizei weckt Zweifel. Komissar Gradenne und sein junger Kollege Quentin Bruchet begeben sich in die winterlichen Berge des Jura um zu ermitteln.

„36, Quai des Orfèvres“ ist die Adresse des Hauptsitzes der Pariser Kriminalpolizei. Der gleichnamige Buchpreis wird seit 1946 jährlich an französische Krimiautoren vergeben. Die Jury kommt aus polizeinahem Umfeld. Ihr vorstehend ist kein geringerer als der Polizeipräsident höchstpersönlich. Grund genug für mich mir den diesjährigen Preisträger einmal genauer anzuschauen.

Die Geschichte beginnt sehr gemächlich. Nachdem der Hauptkommissar direkt zu Beginn der Ermittlungen krank wird, rückt der frischgebackene Kriminalpolizist Bruchet in die erste Reihe auf.  Schnell wird klar, dass das vermeintliche Unfallopfer mehr Feinde als Freunde in der Fabrik hatte, so dass es nicht an Verdächtigen mangelt. Ein klassisches „Whodunit“ – Spiel beginnt.

Fazit – Hölzern

Ab der ersten Seite fällt einem der einfache geradezu amateurhafte Schreibstil auf. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass der Autor selbst aus dem Holzverarbeitungsgewerbe stammt. Die Geschichte ist zwar nicht uninteressant,  bietet aber leider zu wenig vielschichtige Charaktere. Von Anfang an laufen die Ermittlungen reibungslos, alles fügt sich nahtlos zusammen und die verdächtigen Personen kooperieren.  Spannung – Fehlanzeige.
Der Titel „Das Holz für die Särge“ klang für mich nach Western, nach Aufregung, nach rauhbeinigen Protagonisten und viel Dramatik. Leider wird das Thema Särge in einem Absatz abgefertigt und spielt fortan keine Rolle mehr. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt den Titel besser umzusetzen.

Das Konzept des Preises hat mir gut gefallen und war für mich der Auslöser für den Kauf dieses Krimis. Mit der Krönung von „Du bois pour les cerceuils“ haben sich die preisverleihenden Polizisten allerdings ins eigene Bein geschossen. Als Amateurroman eines Krimi-begeisterten Holzingenieurs ist das Ergebnis sicherlich befriedigend.  Als preisverdächtiges Lesevergnügen leider nicht.

Wertung 2/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut     5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
Qualitativ besser und mehrfach ausgezeichnet ist der Film „36, Quai des Orfèvres“ von Olivier Marchal mit Daniel Auteuil und Gérard Depardieu. Deutscher Titel „36 – Tödliche Rivalen“:


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Du bois pour les cercueils

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Eine Antwort to “Das Holz für die Särge”

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  1. Lieblingsbücher 2011 « awesomatik - 28. Dezember 2011

    […] Du bois pour les cercueils – Claude […]

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