Das Parfum

23 Mai

awesomatik auf Buchfühlung
Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders – Patrick Süskind

Im Frankreich des 18. Jahrhunderts, beginnt die Geschichte von Jean-Baptiste Grenouille, einem Waisenkind mit außergewöhnlichem Geruchssinn, das  ironischer Weise ohne Eigengeruch auf die Welt kommt. Von den Menschen ausgegrenzt, begibt sich Grenouille auf eine olfaktorische Reise zu sich selbst. Nach der Lehrzeit beim Pariser Parfümeur Baldini, flieht er vor den Menschen in die Natur, bevor er beschließt seinen fehlenden Eigengeruch durch das weltbeste Parfum zu kaschieren. Wie der Untertitel des Buches schon vermuten lässt, bleibt die Geruchsernte nicht ohne Kollateralschäden.

Ich habe nie wirklich große Lust verspürt diesen Roman zu lesen, bevor ich die Filmadaptation von Tom Tykwer gesehen hatte. Ich hatte „Das Parfum“ der Sparte „Krimi“ zugeordnet, die nicht unbedingt zu meinem Lieblingsgenre zählt. Der Film hat mich aber dazu veranlasst einmal näher hinzuschauen.
Wie schon erwartet ist dieses Werk nicht umsonst ein moderner Klassiker. Heißgeliebt und auf zahlreichen persönlichen Bestenlisten, ist die Geschichte vom Waisenkind Grenouille in vielfacher Hinsicht einzigartig. Angefangen beim Thema Geruch in all seinen Facetten. So erschließt sich der Protagonist  seine Welt fast ausschließlich mit der Nase und der Leser folgt Süskind der selbigen nach an die Orte des Geschehens. Dafür bedient er sich einer Sprache, die genauso reich ist, wie die Gerüche dieser Erde und so raffiniert wie der Geruchssinn von Grenouille.


Der Erzählrhythmus und das Timing, für mich der Schlüssel zu einer guten Geschichte, sind stimmig und verbinden sich hier, um es parfümistisch auszudrücken zu einer puren Essenz Lesevergnügen. Mühelos, in geradezu melodischen Sätzen, lässt Süskind als allwissender Erzähler die raue Realität des 18. Jahrhunderts vor unserer Nase auferstehen. Dabei halten sich historisch akkurate Details über das Handwerk bzw. die Kunst der Parfumherstellung (vom Autor akribisch recherchiert) die Wage mit den märchenhaften Begebenheiten im wundersamen Leben des Jean-Baptiste Grenouille. Und obgleich sich die wenigsten Leser mit dem hässlichen und hinterhältigen Protagonisten identifizieren können, schafft es Süskind anhand dieser rundum außergewöhnlichen Geschichte und der bildreichen Sprache einen makellosen Roman zu stricken, der zu Recht schon lange kein Geheimtipp mehr ist.

Fazit
Wie Grenouille mit seinem Parfum, so gelingt es auch Süskind mit diesem Roman bzw. seinem Sprachwitz die Menschen von sich zu überzeugen!
Da ich meistens Bücher aus dem englisch- und französischsprachigen Raum im Original lese, bin ich immer auf der Suche nach guter deutscher Literatur. Für mich war es deshalb eine außerordentliche Freude, nach langer Zeit wieder ein so wunderbares deutschsprachiges Buch in die Finger zu bekommen.
Uneingeschränkte Leseempfehlung!

Wertung 5/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut     5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
17 Tonnen Fischeingeweide, Lehm, Stroh sowie 260 Mitarbeiter und hundert verschiedene Filmmotive waren nötig, um das Paris des 18. Jahrhunderts möglichst originalgetreu in der filmischen Adaptation von Tom Tykwer wiederzugeben! Ich fand die Adaptation super!



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Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders

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Eine Antwort to “Das Parfum”

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  1. Lieblingsbücher 2011 « awesomatik - 28. Dezember 2011

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