Urlaubslektüre

31 Aug

Unser Roadtrip durch den wilden Westen war so aufregend, dass ich kaum zum Lesen gekommen bin. Aber mit Taschenlampe im Zelt, am Strand in Santa Barabara oder beim morgentlichen Warten auf Frau awesomatik bot sich dann doch die Gelegenheit die folgenden Bücher durchzulesen:

Urlaubslektüre

A boy's life - Robert McCammon
Boy’s life – Robert McCammon

Nach begeisterter Lektüre von „Speaks the nightbbird, wollte ich unbedingt mehr von Robert McCammon lesen. Meine Wahl fiel auf eines seiner älteren und beliebtesten Bücher „Boy’s life, die Geschichte einer Kindheit in Alabama.

1964, Cory Mackenson ist 11 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in der idyllischen  Kleinstadt Zephyr. Eines Morgens wird er zufällig mit seinem Vater Zeuge eines Verbrechens. Während Cory versucht zu verstehen welche dunklen Machenschaften in Zephyr zu Gange sind, droht sein Vater auf der Suche nach dem Mörder den Verstand zu verlieren.

Wunderbar gelingt es McCammon den Zauber der Kindheit zu verschriftlichen. Episodenhaft erzählt er vom Kick, Horrorfilme  mit Freunden im lokale Kino zu schauen, vom unbändigen Freiheitsgefühl des ersten „Ritts“ auf dem eigenen Fahrrad, von gnadenlosen Bullies, von besten Freunden, von Sommerferien und natürlich von der ersten Liebe. Ein ganz normales Jungenleben also und trotzdem das größte Abenteuer, das man sich vorstellen kann – eine Kindheit in der Kleinstadt!
Doch leider wirkt die Geschichte nicht ganz rund. Der Handlung fehlt der rote Faden. Der Mordfall steht mal im Vordergrund und wird dann wieder über mehrere Kapitel nicht erwähnt. Hinzukommt, dass McCammon zur normalen Magie der Kindheit auch noch übernatürliche Elemente einfließen lässt, die nicht wirklich zum Gesamtbild passen wollen. Hier wäre sicherlich weniger mehr gewesen. So schließt man das Buch mit gemischten Gefühlen. Die guten Passagen sind absolut lesenswert und erinnern an „Stand by me“ und „E.T.“, die weniger gelungenen Episoden eher an einen lauwarmen Abklatsch von „Friedhof der Kuscheltiere“.  Schade. Ein paar Korrekturen und 100 Seiten weniger,  hätten „Boys life“ zu einer phantastischen Ode an die Kindheit gemacht. So bleibt es mit Einschränkungen immer noch lesenswert. Seine neueren Werke belegen allerdings, dass er nach seiner 10 jährigen Schreibpause schriftstellerisch einen großen Sprung nach vorne gemacht hat.

Wertung 3/5

A study in scarlet - Arthur Conan Doyle
A study in scarlet – Arthur Conan Doyle
Der erste Auftritt von Sherlock Holmes und die Geschichte der Begegnung von Watson und Holmes.

Nachdem die beiden legendären Ermittler eine WG in der Baker Street eröffnen, steht auch schon der erste Fall vor der Tür. Ein Mann wird tot in Brixton aufgefunden und die Polizei tappt im Dunkeln.
Ein kurzes Lesevergnügen mit einem noch kürzeren Auftritt von Sherlock Holmes. Da die Hälfte des dünnen Buches eine Nebengeschichte erzählt, die hier nicht verraten werden soll, bleibt Holmes nicht viel Platz sein volles Potential zu entfalten.  Macht Lust auf mehr!
Übrigens bildet „A study in scarlet“ auch die Vorlage für die Pilotfolge der sensationellen BBC Serie „Sherlock“.

Wertung 3/5

One Shot - Lee Child
One Shot – Lee Child

Ich lese immer gerne Romane, bevor sie für die große Leinwand adaptiert werden. „One Shot“ wird derzeit mit Tom Cruise verfilmt, der sich mit der Verkörperung von Jack Reacher ein weiteres populäres action-Franchise verspricht. Das dabei ausgerechnet der Hänfling Cruise, den Hünen Reacher mimt, fällt wohl unter künstlerische Freiheit.

„One Shot“ ist der neunte Roman aus der Reacher-Reihe. Diesmal untersucht der Ex-Militärpolizist in Indianapolis die mysteriösen Umstände um den Amoklauf eines Scharfschützen.
Dies war mein erster Reacher Roman. Lee Child schreibt in kurzen Hauptsätzen und kurzen Kapiteln und treibt so die Geschichte druckvoll voran. Die Charaktere sind zwar nicht wirklich drei dimensional, erfüllen aber ihren Zweck. Ausgerechnet die Hauptpersonen Jack Reacher und sein Gegenspieler wirken dagegen wie schlechte Genre-Abziehbilder. Reacher ist der Prototyp eines Actionheldes. Er kann alles, weiß alles, ist allen immer eine Spur voraus und macht zu keiner Zeit den Eindruck jemals ernsthaft in Gefahr zu sein.
Zu Beginn fand ich diese Art von Helden noch recht erfrischend, eben weil er so unmodern ist. Auch die Geschichte entwickelt sich interessant genug, fängt dann aber an sich zu wiederholen und mutiert gegen Ende zu einem sinnfreien Gemetzel. Die Ermittlungen von Reacher und die Handlungen seinen Kontrahenten wirken dabei oft unglaubwürdig.

Kurz: „One Shot“ ist wie literarisches Fast Food. Man verschlingt es und bleibt trotzdem irgendwie  unbefriedigt. Dennoch juckt es einen bald wieder nach der nächsten Portion. Flughafenlektüre.

Wertung 2,75/5

1. Geht gar nicht    2. OK   3. Gut   4. Richtig gut   5. awesomatik!

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5 Antworten to “Urlaubslektüre”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Vier verliert « - 19. September 2011

    […] „A study in scarlet“ nun also ein weiterer Fall für Dr. Watson und seinen wunderlichen Mitbewohner aus der […]

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  2. Die Sherlock rollt weiter « - 22. November 2011

    […] Buch eins und Buch zwei, hier also das dritte Buch aus meiner Penguin Sherlock Holmes Sammelbox. Statt eines […]

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