Monks n‘ roses

12 Dez

awesomatik auf Buchfühlung
Der Name der Rose – Umberto Eco

In einem italienischen Benediktinerkloster kommt es zu mysteriösen Todesfällen. Die Ermittlungen von William von Baskerville und seinem Schüler Adson führen in die verschlungenen Gänge der Bibliothek über die der blinde Greis Jorge von Burgos wacht.

Zehn Jahre lang stand dieses Buch ungelesen in meinem Regal und da ich die Verfilmung schon gesehen hatte, hielt sich meine Lesemotivation in Grenzen. Doch glücklicherweise ist nach all den Jahren auch meine Erinnerung an den Film verblasst, so dass ich mich kürzlich dazu überwunden habe das umfangreiche Werk einer Lektüre zu unterziehen.

Zum Glück, denn der Roman hält, was die unzähligen positiven Rezensionen versprechen. Dabei geht der Anspruch nicht auf Kosten der Lesbarkeit. Im Gegenteil. Gekonnt zieht Eco den Leser ab der ersten Seite hinein ins dunkle Zeitalter. Ein mysteriöser Todesfall macht dem Abt des apenninisches Klosters zu schaffen. Er bittet seinen Gast Bruder William, einen ehemaligen Inquisitor, in der Sache zu ermitteln. Sieben Tage haben William und sein Novize Adson Zeit dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Doch schon bald entwickelt sich der einzelne Todesfall in eine Mordserie, in die die ganze Abtei verstrickt zu sein scheint.

Mehr soll über die ohnehin schon recht bekannte Handlung nicht verraten werden. Zu Beginn erinnert vieles an Sherlock Holmes. Auch hier wird die Geschichte des Meisters aus der Perspektive des Novizen erzählt. Der Meister heißt hier William von Baskerville (eine Anspielung auf den wohl bekanntesten Holmes Roman) und bedient sich derselben Ermittlungsmethoden wie die Londoner Spürnase. Sein Chronist ist der junge Adson, was verdächtig nach Watson klingt. Glücklicherweise entwickelt Umberto Eco von diesen Kleinigkeiten abgesehen einen ganz eigenen Erzählstil.

Den kriminalistischen Hintergrund benutzt er für weitreichende theologische Diskussionen. Zentrale Themen sind die Gegenüberstellung von Religion und Wissenschaft. Aber auch Religion und Macht und die Frage von Machterhalt durch Zensur der Kirche. Diese Diskurse streut Eco durch lange Gespräche zwischen Bruder William und anderen Mönchen ein, wobei er nicht mit lateinischen Zitaten geizt. Die eigentlichen Nachforschungen geraten dabei schon mal in den Hintergrund. Langeweile kommt indessen mitnichten auf. Dazu ist Eco’s opulente Schreibe viel zu schön.

Fazit
„Der Name der Rose“ bietet alles, was das Leserherz begehrt: korrupte Mönche, Inquisitoren, machthungrige Päpste und Kaiser, scharfsinnige Protagonisten, düstere Widersacher und philosophische Diskurse. Ein großes Abenteuer zwischen zwei Buchdeckeln!

Wertung 5/5

1. Geht gar nicht    2. OK   3.Gut   4. Richtig gut   5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum

Den Film haben wir damals in der Schule gesehen. Ich kann mich eigentlich nur noch an die Sex-Szene erinnern, die zum Unmut unseres Lehrers für Heiterkeit gesorgt hat. Die Verfilmung fand ich ganz gut, wobei sie mir dem Trailer nach zu urteilen nicht so gut gealtert zu sein scheint.

Und wo wir schon beim Thema sind: es gibt aktuell eine neue Adaptation des gothic Romans „Der Mönch“ von Matthew Lewis mit Vincent Cassel in der Hauptrolle. Sieht interessant aus.

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Der Name der Rose

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Eine Antwort to “Monks n‘ roses”

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  1. Lieblingsbücher 2011 « awesomatik - 28. Dezember 2011

    […] Mitchell 10. Schande – J.M. Coetzee 9. The Picture of Dorian Gray – Oscar Wilde 8. Der Name der Rose – Umberto Eco 7. Duell im ewigen Eis – Rainer K. Langer 6. Das Parfum – Patrick […]

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