Uhrmänner

29 Feb

awesomatik auf Buchfühlung
Watchmen – Alan Moore, Dave Gibbons

Watchmen spielt in einem alternativem Universum der USA im Jahr 1985, in dem es maskierte Helden gibt. Der Kalte Krieg ist in vollem Gange und scheint jeden Moment in einem nuklearen Krieg mit der Sowjetunion zu kulminieren (Die Weltuntergangsuhr steht auf fünf vor zwölf). Erzählt wird die Geschichte von aktuellen und pensionierten Superhelden, die nach und nach von einem unbekannten Gegner ausgeschaltet werden. Dabei portraitiert Alan Moore seine Superhelden als echte Menschen mit ethischen und persönlichen Problemen, die mit sich und der Welt hadern und bis auf eine Ausnahme keine Superkräfte besitzen.

Watchmen hat mit seiner innovativen und vielschichten Herangehensweise an die Superheldenthematik, die Comic- und Filmwelt aufgemischt und gilt als die Mutter aller Graphic Novels – geliebt von den Massen und mit Preisen beworfen.

So! Und jetzt hat es auch yours truly Ken Takel endlich gelesen. Und ich fand es monumental, epochal, überragend, brillant, ….gut! Wie es eben ist, wenn jemand einem ein Buch/Film/Album mit soviel Vorschusslorbeeren in die Hand drückt und sagt: „Du wirst es lieben, Cowboy!“.
Zum einen sind die eigenen Erwartungen hoch, zum anderen sind solche Klassiker meistens aus ihrer Zeit heraus zu dem geworden, was sie sind. Liest man sie (wie ich) 26 Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinungsdatum, können sie gar nicht mehr den gleichen Effekt haben.
Dennoch habe auch ich gemerkt, dass es sich hier um ein außergewöhnliches Oeuvre handelt. Da ist die radikal neue Herangehensweise an das Superheldengenre. Der maskierte Abenteurer als gebrochene Figur, die mit persönlichen und moralischen Konflikten zu kämpfen hat. Wie definiert man gut und böse? Was kann der einzelne für die Gesellschaft tun? Wie kommt die Welt aus der Spirale der Gewalt und internationalen Rivalitäten heraus? usw.
Ferner ist Watchmen auch ein Zeugnis des kalten Krieges. Authentisch fängt Alan Moore das Gefühl der vorherrschender Panik ein und nutzt diese unterschwellige Spannung und Tiefe, um auf dessen Hintergrund geschickt sein eigenes politisches Statement unterzubringen.

Fazit
Watchmen hat das Comicgenre ohne Frage revolutioniert und auf den Weg in das 21. Jahrhundert gebracht. Es wird also zu Recht gefeiert auch wenn für mich, die Superheldenthematik wenig spannend war. Mittlerweile ist es standard, die Helden gebrochen zu portraitieren und in der Realität zu verankern und natürlich hat sich auch das Graphic Novel Genre weiterentwickelt. Dennoch funktioniert Watchmen vor allem als Dokument seiner Zeit, das übrigens auch grafisch sehr schick ist. Schönes Retrodesign, gepaart mit knalligen Farben sorgen für einen runden Lesegenuss (cool fand ich vor allem das Nite Owl Ship und Dr. Manhattan).
Wer seine Kulturlücke im Segment Graphic Novel schließen möchte, der kann hier nicht viel falsch machen. 

Bewertung 3/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut    5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
Derzeit plant DC (zum Unmut von Alan Moore) eine Reihe von Watchmen Sequels.

Die Verfilmung von Zac Snyder hab ich noch nicht gesehen und weiß auch nicht, ob ich mir das tatsächlich antun sollte. Ich fand von ihm eigenlich nur „Dawn of the Dead“ gut. Hier nochmal der Trailer:


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Watchmen

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Eine Antwort to “Uhrmänner”

Trackbacks/Pingbacks

  1. awesomatik Books 2012 « awesomatik - 29. Dezember 2012

    […] Watchmen  – Alan Moore, Dave Gibbons Gut aber zu […]

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