The Wolf’s Hour – McCammon

3 Apr

awesomatik auf Buchfühlung
The Wolf’s hour – Robert McCammon

Wir schreiben das Jahr 1944, D-Day steht kurz bevor und für Nazideutschland  wird die Luft dünner. Doch im norwegischen Hinterland arbeiten Hitlers Wissenschaftler an einer geheimen Superwaffe, die die Invasion mit einem Schlag beenden könnte.
Die Hoffnung der Alliierten liegt auf den Schultern eines Mannes: Michael Gallatin, Meisterspion, Liebhaber und – Werwolf! Auf der Suche nach dem Geheimprojekt „Iron Fist“ kämpft er sich vom besetzten Frankreich bis nach Berlin durch. Doch Stunden vor der Landung der Alliierten, ist er gefangen in einem nationalsozialistischen Netz der Zerstörung.

awesomatik hat ein Herz für Trash. Und Werwolf-Content hatte ich hier auch lange nicht mehr. Grund genug mir eine vergilbte Originalausgabe von The Wolf’s hour (Jahrgang 1989) zu besorgen. Stellt euch diesen 600 Seiten Epos wie eine Mischung aus inglorious Basterds, The Wolfman und Indiana Jones vor. Was kann man daran nicht mögen?
Klar, die Handlung klingt trashiger als jedes Asylum-Movie. Aber Richard McCammon weiß, wie man eine gute Geschichte erzählt. Und so erinnert The Wolf’s hour an die großen Abenteuerfilme der 80er Jahre.

Parallel zur zweiten Weltkriegshandlung, erfährt man nach und nach wie Michael Gallatin als Kind zum Werwolf wurde. Wie er die Ermordung seiner Eltern im russischen Wald miterleben musste und von einem Wolfsrudel angefallen wird. Das Rudel nimmt ihn auf und weist ihn in die Geheimnisse der Lycanthropie ein. Doch bald schlagen Arbeiter ihr Lager in der Nähe der Wolfsunterkunft auf und fangen an die Bäume zu fällen…So nimmt das Schicksal seinen Lauf.


Im Auftrag des britischen Geheimdiensts macht sich Michael auf die Suche nach der geheimen Nazi Superwaffe. Auf seinem Weg begegnet er jeder Menge skurriler Gestalten. Dem grausamen Nazioffizier Jerek von Blok (erinnert stark an Hans Landa) mit seinem hünenhaften Schützling Boots, der seine Opfer am liebsten zu Tode trampelt, dem sadistischen Großwildjäger Harry Sandler, der sich gerne in Begleitung seines aggressiven Greifvogel Blondi (!) zeigt oder den wahnsinnigen Wissenschaftler Dr. Hildebrandt, der Giftgasexperimente an Kriegsgefangenen betreibt.


Aber auch die „Guten“ geben interessante Figuren ab z. B. Deutschlands Golden Girl und Propaganda Filmstar Chesna Van Dorne, die eigentlich als britische Spionin arbeitet oder der raubeinige Russe Lazaris, der gemeinsam mit Michael aus dem KZ Falkenhausen ausbricht. Bevor unser haarige Held mit den grünen Augen allerdings siegreich hervorgehen kann (oops Spoiler?), muss er einige Strapazen über sich ergehen lassen (u.a. Folter, Schlägereien und diverse Schusswunden). Über allem steht die Frage: wer sind hier die wahrhaftigen Monster? Die Wölfe oder vielleicht doch die Menschen?

Fazit – Inglorious Werewolf
Die Backstory um das Leben im Wolfsrudel (inkl. explizitem Werwolfsex), hätte aus meiner Sicht etwas kürzer ausfallen können. Die beiden Handlungsstränge kommen am Ende nicht zusammen und sind teilweise nicht abgeschlossen (Was ist mit Michaels Sohn passiert??). Der Rest ist feinste Unterhaltung auf B-Movie Niveau. Besonders gelungen fand ich die Episoden in der Naziburg am Wannsee und das Todesspiel im Zug von Harry Sandler. Wer hier den Literaturnobelpreis erwartet, wird unter Umständen enttäuscht. Alle anderen bekommen einen unterhaltsamen Abenteuerroman mit Hollywood Nazis und Werwölfen. Bissiger und blutiger Genrespaß. Aaaaouuuuuuu!

Wertung 3/5 Vollmonden

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut     5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
Erst kürzlich habe ich zwei Filme gesichtet, in dem Wölfe eine zentrale Rolle spielen. Zum einen The grey von joe Carnahan, der leider nicht so toll war. Vor allem weil der Trailer deutlich mehr Wolfs-action versprochen hat, als es schlussendlich zu sehen gab:

Zum anderen habe ich die extended Version von Joe Johnston’s The Wolfman gesehen. Leider hat die Hauptstory deutliche Längen aber die Werwolfszenen (vor allem im mittleren Teil) sind super. Schaurig schön und liebevoll umgesetzt. Diese Effekte hätten wirklich eine bessere Handlung verdient.

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The Wolf’s Hour

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3 Antworten to “The Wolf’s Hour – McCammon”

Trackbacks/Pingbacks

  1. 2666 – Roberto Bolaño « awesomatik - 13. Juni 2012

    […] wer sich jetzt wundert, wieso es hier lange keine Rezension mehr zu lesen gab: 2666 ist ein Mammutwerk von über 1200 Seiten und besteht eigentlich aus fünf […]

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  2. awesomatik Books 2012 « awesomatik - 29. Dezember 2012

    […] 9. The Wolf’s hour – Robert R. McCammon I heart Trash. Werwolf Spion in Nazideutschland. Need I say more? […]

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  3. The Wolfman – Nicholas Pekearo | awesomatik - 4. Juni 2014

    […] Wolf, An american werewolf in London/Paris, Twilight, Romasanta usw. über Romane wie The wolfen, The wolf’s hour oder Sharp teeth habe ich einiges aus dem Genre gesehen und […]

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