The name of the wind

24 Jul

awesomatik auf Buchfühlung
The name of the wind – Patrick Rothfuss

In »Der Name des Windes« erzählt Patrick Rothfuss die Geschichte von Kvothe, dem berühmtesten Zauberer seiner Zeit.

Ich habe als Jugendlicher eine Menge Fantasy gelesen. Von Tolkien’s Herr Der Ringe, über Forgotten Realms von R.A. Salvatore bis zur Drachenlanze Serie. Irgendwann hat sich der Genrehunger gelegt und ich habe mich anderen Büchern zugewandt. So habe ich mich besonders gefreut nach langer Zeit wieder einen 700 Seiten starken fantastischen Epos in den Schein meiner Leselampe zu bekommen.

Selten habe ich einen Roman mit so viel Vorschusslorbeeren erhalten. Allein die ersten paar Seiten sind Lopreisungen anderer Autoren. Das Internet schwappt geradezu über vor Begeisterung. So einen Hype kenne ich sonst nur von Nolan’s Batman oder dem science-fiction Roman Ender’s Game von Orson Scott Card. Das hätte mich schon stutzig machen sollen.

Der Klappentext ist nichtssagend und lässt keine Rückschlüsse auf den Inhalt zu. Das Cover ist angenehm düster, so dass ich einen erwachsenen Fantasy Epos im Herr der Ringe Stil erwartet habe. Tja, so kann man sich täuschen.

Harry Potter für Arme trifft es wohl eher! Ich hatte Orks, Elben und Zwerge erwartet und bekomme stattdessen eine Welt, die sich nicht großartig unterscheidet von einer mittelalterlichen Version unserer Erde.
Der Protagonist Kvothe gehört zum fahrenden Volk der musizierenden Edema Ruh. Nach einem dramatischen Schicksalsschlag (der aus Spoilergründen nicht weiter benannt werden soll), gelangt er über Umwege an eine Zauber-Universität. Statt epischer Schlachten gibt es Streiche, Gesangswettbewerbe und die erste Liebe.
Wogegen ich im Prinzip nichts einzuwenden hätte (ich lese auch gerne mal Kinderbücher), wenn es nicht diese nervtötende Hauptfigur gäbe. Ein 15 jähriger selbstverliebter Junge, der alles kann und alles weiß. Der nie auch nur ansatzweise in Gefahr zu sein scheint und sich zu keiner Zeit altersentsprechend verhält. Mal ist er altklug und mimt den weisen Mann von Welt, um im nächsten Moment unsicher seiner ersten Liebe Denna gegenüberzutreten. Aber auch die anderen Hauptcharaktere sind nicht mehr als Abziehbilder. Der gesichtslose Bösewicht mit Kapuze, der schnöselige adelige Widersacher usw. Doch niemand hat auch nur den Hauch einer Chance gegen den allmächtigen, herrlichen Kvothe.
Was erschwerend hinzu kommt ist, dass Rothfuss einen permanent glauben lassen will, es handle sich hier um eine epische Saga. Auf jeder dritten Seite wird angedeutet, was für epische Dimensionen die Geschichte in Kürze aufnehmen wird. Aber man liest sich dumm und dämlich und nichts Aufregendes geschieht. Was inhaltlich auf der Strecke bleibt, wird leider nicht durch schneidige Dialoge oder Wortwitz wettgemacht. Mal liest es sich ganz gut weg, mal muss man angesichts der holprigen Schreibe die Augen verdrehen.

Fazit
The name of the Wind ist quasi der Prolog zu einer epischen Geschichte, die bedauerlicherweise niemals anfängt. Rothfuss‘ überlanges Erstlingswerk hat weder den Charme von Harry Potter noch die Klasse von Herr der Ringe.  Zu lang, zu selbstverliebt, zu belanglos. Don’t believe the hype!

Wertung 2,5/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut    5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
Der zweite Teil der „Kingkiller Chronicle“ – Trilogie The Wiseman’s fear ist noch ein paar hundert Seiten dicker. Und nach dem, was ich so im Internetz lese, führt Patrick Rothfuss hier seine Hinhaltetaktik fort. Die offenen Fragen aus dem ersten Teil, werden auch auf knapp 1000 Seiten nicht beantwortet. Schade.

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Der Name des Windes: Die Königsmörder-Chronik. Erster Tag

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2 Antworten to “The name of the wind”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Fernweh 3.0 « awesomatik - 23. August 2012

    […] Urlaubslektüre: The name of the wind (Rothfuss), Mein Herz so weiß (Marías), Die Beschissenheit der Dinge (Verhulst), The memoirs of Sherlock Holmes (Conan Doyle). […]

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  2. awesomatik Books 2012 « awesomatik - 29. Dezember 2012

    […] The Name of the Wind – Patrick Rothfuss Weder der neue Harry Potter, noch der neue Herr der Ringe. […]

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