Das neue Berlin

28 Aug


Als ich in Berlin aufgewachsen bin, gab es weder Potsdamer Platz noch Hackescher Markt. Nur Baustellen. Die Mauer war gerade gefallen und die Stadt war ein gefühltes Dorf. Die S-Bahnen hatten noch Holzbänke und Türgriffe an denen man surfen konnte. Party haben wir in besetzten Häusern oder im Grunewald am Lagerfeuer gemacht. Die Postleitzahlen waren noch fünfstellig und die Busnummern zweistellig. Weggehen war quasi umsonst. An jeder Ecke gab es Konzerte und alternative Partys. Langsam entwickelte sich die legendäre Clublandschaft (Rauchfreie Zonen waren undenkbar).

Kurz: wir hatten alles was wir wollten. Berlin war unsere Stadt. Aber wir konnten ja den Hals nicht voll kriegen!
Trotzdem haben wir uns immer geärgert, dass unsere coole Stadt nie internationale Anerkennung wie die anderen Weltmetropolen New York, Paris, oder London genossen hat. 
Doch wie heißt es so schön: Be careful what you wish for, ‚cause it might come true. Jetzt sind wir eine Tourismus-Weltmacht mit all seinen Nebenwirkungen. Mir gefällt das natürlich auch nicht und ich habe nicht mehr das Gefühl, dass Berlin meine Stadt ist. Jetzt wohne ich nur noch hier.
Ich mache es mir aber nicht so leicht, die Schuld nur den Yuppies und Touristen zu geben. Viele gute Freunde von mir sind schließlich Zugezogene. Es ist halt leider das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Das ist das neue Berlin.

Tell ‚em Alpa:


Mehr gute Berlin Songs gibt’s hier.



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7 Antworten to “Das neue Berlin”

  1. mcwinkel 28. August 2012 um 11:32 #

    Kannte die Nummer nicht, halte Alpa Gun aber für nen korrekten Dude. Hab‘ mal ein Interview gesehen, wo er über seinen Struggle mit Sido gesprochen hat… seitdem bin ich mir bei Sido nicht mehr so sicher. In Blutzbrüdaz war Alpa auf jeden Fall der beste Schauspieler, ich glaube, der passt in die Welt.

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    • Ken Takel 28. August 2012 um 14:08 #

      Berlin Electro-city tut sich ja mit Hip-Hop n bisschen schwer. Diesen Pseudostraßenrap von Bushido und Co kann ich auch nicht so ganz ernst nehmen (Kreuzberg ist und war nie South Central) aber Alpa hat wenigstens was zu sagen.

      Übrigens: wo du gerade „Hot wheels“ Content gepostet hast. Check mal den hier: https://awesomatik.wordpress.com/2012/06/19/hell-on-wheels/

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      • Ken Takel 28. August 2012 um 14:19 #

        PS: Hab schon wieder einen Kommentar bei deinem Catalonia Beitrag hinterlassen (ganz ohne Eigenwerbung) und es funzt wieder nicht!

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  2. mcwinkel 30. August 2012 um 20:02 #

    … tschja, tatsächlich! Keine Ahnung, Aksimet mag Dich offenbar nicht! ;)
    Hab‘ Dich befreit…

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    • Ken Takel 1. September 2012 um 18:44 #

      Ich geb’s auf! Geht schon wieder nicht. Vielleicht ist dein Akismet auf Nazi-modus eingestellt :o) Habe sogar ne andere Email verwendet…

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  3. Marianne 31. August 2012 um 11:24 #

    Schöner Artikel, ich kenne das Gefühl gut.

    Schizophrenerweise bin ich „Altberlinerin“ und „Wieder-Zugezogene“ gleichzeitig, so dass ich mir ganz oft die „Am I part of the cure, or am I part of the disease“ Frage stelle.

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    • Ken Takel 31. August 2012 um 12:34 #

      Danke. Ist schon komisch alles. Es gab auch mal ne Zeit da hatte ich kein Bock mehr hier zu wohnen. War dann ein Jahr in Spanien. Jetzt sind die Spanier hier :o) Momentan gefällt’s mir aber wieder ganz gut. Sich permanent aufregen nützt ja auch nichts.

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