Traumpfade: Der Malerweg

17 Okt

awesomatik in der Sächsischen Schweiz
Der Malerweg

Über endlose Felder, durch dichten Wald, über bemooste Sandsteinformationen, durch enge Felsspalten, am stillen Elbufer entlang durch pittoreske Dörfchen über Eisenleitern auf atemberaubende Aussichtspunkte und auf buntblättrigen Wegen an alten Festungen vorbei – Berg und Tal, Natur und Kultur. Das alles bietet der Malerweg durch die sächsische Schweiz.
Auf acht Etappen und 112 km (mit Abstechern und Irrungen eher 120km) führt der Weg von Pirna linkselbisch bis an die Tschechische Grenze und rechtselbisch wieder zurück.
Genaue Informationen zur Streckenführung, Unterkünften und mehr gibt es in dieser Broschüre.

Wer hätte gedacht, dass man nur knapp drei Stunden von Berlin so eine wahnsinnsnaturerfahrung erleben kann. Einige Stellen haben mich fast an kanadische Wildnis erinnert. Wald soweit das Auge reicht. Einfach unglaublich. Obwohl man täglich nur zwischen 12 und 18km läuft, können die Etappen durchaus anstrengend sein, weil es ein stetiges auf und ab ist.
Man kann den Weg auch in 6 Tagen laufen aber das stelle ich mir stressig vor. Man will sich schließlich ja auch entspannen. Dann lieber nur die ersten 5 Etappen laufen. So hat es meine Freundin gemacht, die nicht so lange Urlaub hatte. Die letzten drei Etappen bin ich dann alleine gelaufen. Auch eine schöne Erfahrung, wenn ich nicht plötzlich so tierische Fußschmerzen bekommen hätte (leichte Wanderschuhe sind für die Tour ausreichend).

Dennoch eine wunderschöne Strecke. Und selbst, wenn man nicht den Malerweg läuft, lohnt sich ein Abstecher in diese wildromantische Region. Ob Wellness in Bad Schandau, eine Radtour auf dem Elbradweg nach Tschechien, Klettern oder wandern! Hier gibt es alles was das Herz begehrt.

Das Ende der ersten Etappe. Der beschauliche Ort Stadt Wehlen.Die Bastei. Das touristische Highlight der Region und dementsprechend gut besucht.sonniger Morgen läutet die 4. Etappe von Altendorf nach Neumannmühle ein. Auf dem Weg zur Burg Hohenstein. Unglaubliche Panoramen, die geradezu zum Malen einladen. Uns fehlt jedoch das Talent und so ziehen wir weiter. 546976_10151180212579712_1280946798_nGerade als ein heftiger Regen einsetzt stehen wir vor einer Schutzhütte. Glück muss man haben!Aber auch bei schlechtem Wetter, kann man den Malerweg relativ gut begehen, da es viele Schutzmöglichkeiten durch Felsen und Wald gibt. Unser Tagesziel am Horizont. Meine erste Übernachtung in einer Burg. Ich fühle mich wie ein Ritter. Glücklicherweise hat die Burg Hohenstein mittlerweile Heizkörper.  Aufbruch nach Altendorf.Zeit für eine heiße Schokolade mit Sahne in der Brand-Baude, dem „Balkon der Sächsischen Schweiz“. Hier hat man eine feine Aussicht über das Polenztal. Nach der Stärkung geht es über 800 Stufen in den tiefen Grund hinunter (ich habe gezählt!).Trotz bescheidenen Wetters, eine meiner Lieblingsetappen. Auf dem Weg zur Kohlmühle sind wir ganz alleine umgeben von wilder Natur. Ein sonniger Morgen läutet die vierte Etappe nach Neumannmühle ein. Ein einfacher Aufstieg über Eisenleitern bringt uns zur Schrammstein-Aussicht. Ein idealer Ort für eine Pause. 

Vorbei am Lichtenhainer „Wasserfall“, der sich alle Viertelstunde nach Öffnen der Stauanlage in die Tiefe ergießt, steigen wir weiter auf zum Kuhstall. Eine gewaltige Schichtfugenhöhle, die schon einige Maler inspiriert hat. Leider verschandelt das Geländer etwas das Gesamtbild. Der optionale Gang über die Himmelsleiter ist nur für schmalere Personen zu empfehlen.Weiter geht es auf der fünften Etappe von Neumannmühle bis nach Schmilka. Unterwegs geht es auf den Winterberg, den zweithöchsten Berg der Sächsischen Schweiz (sagenhafte 556 Meter).  Schmilka ist ein ein wunderschönes Örtchen mit einer leckeren Backstube. Hier endet der linkselbische Teil des Malerwegs. Eine Fähre bringt mich für die restlichen drei Etappen ans andere Ufer.Das rechtselbische Highlight ist sicherlich die imposante Bergfestung Königstein. Nach acht Tagen stehe ich glücklich am Marktplatz von Pirna und lasse mir meinen letzten Stempel ins Tourenbuch setzen. 

Der Malerweg bietet eine unglaublich schöne Landschaft, wie man sie so nicht woanders in Deutschland findet. Vor allem im Herbst verwandelt sich der Weg in ein buntes Naturspektakel. Eine einfache aber nicht anspruchslose Tour, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Mehr weltweite Inspirationen in meinem Reisetagebuch!

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25 Antworten to “Traumpfade: Der Malerweg”

  1. lomoherz 17. Oktober 2012 um 14:22 #

    Au ja, ich hatte gehofft, es gibt einen Caspar David Friedrich Verschnitt! Sehr sehr schöne Fotos! Da möchte man euch direkt hinterherlaufen (:

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    • Ken Takel 19. Oktober 2012 um 11:29 #

      Sei froh, dass es keinen gibt :o) Und hinterherlaufen kann ich nur empfehlen!

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      • lomoherz 19. Oktober 2012 um 11:31 #

        Haha, ersteres natürlich nur im übertragenen Sinne :)
        Gut, vielleicht fange ich im Frühjahr an zu laufen…

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  2. meintagesablauf 17. Oktober 2012 um 18:39 #

    Wunderschöne Bilder. Ich habe vieles wieder erkannt. Ich war letzte Jahr im Sommer dort. Ich bin aber nicht so viel gelaufen. LG

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  3. krausesarah 18. Oktober 2012 um 11:28 #

    Echt starke Bilder!

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  4. Michael Zoll 18. Oktober 2012 um 11:51 #

    Prima Fotos, habe auch einiges erkannt da ich auch bereits vor Jahrzehnten als Schüler anl. eines Ausflugs dort war. Schön :-)

    Gruß Michael

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    • Ken Takel 19. Oktober 2012 um 11:31 #

      Und ich habe diesen Schatz jetzt erst entdeckt. Dabei ist es von Berlin aus so nah!

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  5. Sabine 12. November 2012 um 09:19 #

    Wunderschöne Bilder! War jetzt auch eine Weile in der Gegend und muss mich leider wieder verabschieden. Ist schon echt traumhaft schön!

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    • Ken Takel 12. November 2012 um 13:09 #

      Auf jeden Fall. Hab mich mal auf deinem Blog umgeschaut und einiges wiedererkannt!

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  6. Corinna 31. Januar 2013 um 14:38 #

    Ich war im Herbst 2011 dort und fand es auch überwältigend schön. Tolle Fotos!

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  7. ullli23 2. Februar 2013 um 16:48 #

    Danke sehr für den tollen Tipp! Die Boschüre findet man übrigens inzwischen hier: http://www.saechsische-schweiz.de/service-shop/prospekte.html

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  8. Pit 19. März 2013 um 14:20 #

    Ich würde ja gerne ein „like“ vergeben, aber WordPress lässt mich nicht. Also so: gefällt mir!
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit

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    • Ken Takel 19. März 2013 um 14:35 #

      Danke! Ich hoffe, dass es mich auch mal nach Texas verschlägt.

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      • Pit 29. April 2013 um 20:55 #

        Würde sich bestimmt lohnen, denn auch hier hat es wunderschöne Ecken – inklusive „Traumpfade“.
        Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
        Pit

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  9. anjaundmarkus 2. Januar 2014 um 20:38 #

    So, hab heut mal in deinem Blog gestöbert und deinen Bericht von der „Sächs’schen“ gefunden. Schööön! Wir wohnen quasi um die Ecke und sind (jetzt wieder) öfters da. In wenigen Kilometern ist man mitten in der Wildnis. Übrigens ist es auch im Winter (wenn Schnee liegt) wunderhübsch. Grüße aus DD!

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    • Ken Takel 7. Januar 2014 um 12:11 #

      Cool! Falls es dieses Jahr noch mal schneien sollte, würde ich mir das gerne mal anschauen!

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Dein nächstes Abenteuer? « awesomatik - 21. November 2012

    […] zur Fußpflege bei längeren Wanderungen (das kann sonst seeehr schmerzhaft werden, wie ich bei meiner letzten Tour gemerkt habe.  Im schlimmsten Fall führen solche Schmerzen zum Abbruch einer Tour aber bin ja aus […]

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  2. Ich bin dann Mal(er)weg! « awesomatik - 31. Januar 2013

    […] Update: So Leute, die Bilder sind da! […]

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  3. Blog-Stöckchen: Awesomatik | St. Bergweh - 24. Februar 2013

    […] und an gibt es aber auch tolle Reiseberichte. Zum Beispiel Ken Takels Malerweg Abenteuer letzten Spätsommer oder die „Besteigung“ des zweitgrößten Vulkans Indonesiens, dem […]

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  4. 11 Fragen an awesomatik | awesomatik - 8. Januar 2014

    […] berichten. Bisher war alles mehr oder weniger essbar. Schlechte Küche gab es durchweg auf dem Malerweg  durch die sächsische Schweiz und in Indonesien (da hatte ich mir mehr versprochen). Die vegetarischen Optionen auf der […]

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  5. Sonntagsleserin KW #27/28 – 2014 | buchpost - 13. Juli 2014

    […] bisschen weiter im Osten wanderte Awesomatik auf dem Malerweg. Klingt […]

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