The fault in our stars

25 Jan

The_Fault_in_Our_Stars

awesomatik auf Buchfühlung
The fault in our stars – John Green

Hazel ist 16 Jahre alt und hat Lungenkrebs.  Wie lange sie noch zu leben hat, ist ungewiss. Doch als eines Tages der umwerfende Augustus Waters in der Krebs-Selbsthilfegruppe erscheint, eröffnet ihr die Liebe ein neues Zeitgefühl. Manche Unendlichkeiten sind größer als andere.

Im letzten Jahr blinkte The fault in our stars immer wieder penetrant auf allen Buchplattformen mit den besten Bewertungen auf. Irgendwann fühlte ich mich gezwungen dem Hype auf den Grund zu gehen. Erst als ich den Roman in der Hand hatte, habe ich gemerkt, dass es ein Jugendbuch ist, das aus der Perspektive eines 16 jährigen Mädchens geschrieben ist.

Egal, ich bin grundsätzlich für so gut wie jedes Genre zu begeistern (außer YA Fantasy, Chicklit, Mommyporn o.ä.) und die paar Seiten hat man schnell gelesen.
Wenn man gemein wäre, könnte man sagen, dass es sich hier um eine klassische romantische Komödie handelt, der John Green mehr Tiefgang verleiht, indem er seine Protagonisten mit unheilbarem Krebs infiziert. Der omnipräsente Tod und die daraus resultierenden großen Emotionen fördern automatisch den Taschentuchverbrauch der Leser.

Ich bin natürlich nicht gemein aber hatte mehr als einmal, dass Gefühl, dass die Geschichte leicht konstruiert wirkt. Dies hat verschiedene Gründe.

Zum einen reden die Hauptpersonen nicht wie normale Jugendliche. Hazel, Augustus und Isaac sind alle super smart und beenden fast jeden ihrer Sätze mit einer scharfsinnigen Pointe. So liest sich der ganze erste Teil wie eine Sitcom.
Was an sich kein Problem ist. Im Gegenteil. Ich bin ein Fan von bissigen Dialogen aber hier reißt einem die Witzratio regelmäßig aus der Geschichte, weil man den Eindruck hat, dass der Autor redet und nicht seine Protagonisten.

Ein weiterer Punkt, der mich nicht überzeugen konnte, ist die Nebengeschichte um den Autor Peter Van Houten. Der aufmerksame Leser begreift schnell, dass Hazels Obsession mit dem Ende von An Imperial Affliction nur eine Metapher ist. Eigentlich möchte sie wissen, was sie nach ihrem eigenen Tod erwartet. Aber dem ganzen Thema wird viel zu viel Raum eingeräumt. 

Die Reise nach Amsterdam ist zwar ganz nett (bis auf die extrem klischeehafte Kussszene) doch die gesamte Auseinandersetzung mit Van Houten bleibt bis zum Ende nicht ganz stimmig. 
Der emotionale Höhepunkt erwartet den Leser dann im letzten Drittel, womit ich zu meinem letzten Kritikpunkt komme. Das wahre Ende findet für mich 40 Seiten vor Schluss statt. Danach plätschert der Roman noch aus, weil Green seine diversen Handlungspunkte zu Ende führen muss. 

Wow, klingt jetzt doch kritischer als beabsichtigt aber nach ein paar Tagen Reflektion, ist der Roman schon wieder schnell verblasst. 

Fazit – Krebsploitation
Was bleibt ist eine nette Lovestory für Jugendliche und Freunde von romantischen Komödien – Romeo & Julia light mit krebskranken Teenies. Erwachsene vertragen sicherlich mehr Tiefgang und weniger Klischees. Auch wenn John Green ein unbestreitbares Talent für witzige Dialoge hat, scheint er mit  The fault in our stars nicht die beste Plattform dafür gewählt zu haben.

Wertung 3/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut    5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
John Green ist einer der populären VlogBrothers. Die Vlogs sind sicherlich intelligent und teilweise witzig aber die beiden gehen mir mit ihrer hyperaktiven Art auch tierisch auf die Nerven. Hier z.B. John Green in Aktion (sein Bruder ist noch schlimmer):

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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10 Antworten to “The fault in our stars”

  1. buzzaldrinsblog 25. Januar 2013 um 17:30 #

    Interessant auch mal – zwischen all dem Lob – eine kritische Besprechung zu diesem Buch zu lesen. Ich habe es sehr gerne gemocht, muss ich gleich zu Beginn zugeben, auch wenn ich deine Kritik in Teilen nachvollziehen kann. Du schreibst, dass ’normale‘ Jugendliche nicht so reden wie Gus und Hazel … ich habe ihre Sprache und Ausdrucksweise schon als authentisch empfunden. Ich meine, die beiden haben Krebs mit schlechten Heilungsaussichten. Vielleicht sind Gus und Hazel einfach keine ’normalen‘ Jugendlichen.

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    • Ken Takel 28. Januar 2013 um 12:39 #

      Nein, mit Sicherheit sind sie keine normalen Jugendlichen. Mir kam es wie gesagt nur so vor als würde ich John Green durch sie sprechen hören. Weil alle im gleichen Ton reden und fast jeder Satz mit einer Pointe endet.
      Deswegen könnte ich mir das Buch gut als Film/Sitcom Dramödie feststellen… Time will tell…

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  2. laura 8. Februar 2013 um 21:41 #

    Auch ich kann deine Kritik teilweise nachvollziehen, finde aber, dass du zu hart mit dem Buch ins Gericht gehst… bzw. bin ich in einigen Punkten einfach anderer Meinung ;)
    Konstruiert ist es stellenweise, das fiel mir auch auf, störte mich aber weniger. Mir kamen die Liebes-Szenen konstruiert vor, um nicht zu sagen kitschig. Besonders das Ambiente in Amsterdam. Allerdings dachte ich mir dann: meine Güte, wenn man als Teenie verliebt ist, erscheint einem auch alles so rosarot.
    Was die Dialoge und die Verwendung von Witz angeht: Wie Mara denke ich, es sind besonders ernsthafte, reflektierte Jugendliche. Nur weil der Großteil der Jugend heute anders redet, muss man nicht davon ausgehen, dass es nicht auch nachdenkliche Jugendliche gibt. Dass der Ton bei Hazel, Gus und Isaac ähnlich ist und dir dadurch sehr Greenesk vorkommt, verstehe ich. Aber ich finde gerade gut, dass Green sein „unbestreitbares Talent für witzige Dialoge“ gerade in diesem so ernsten „Krebsbuch“ einsetzt. Es ist definitiv ein sehr trauriges Thema aber mich hat der Humor der Protagonisten und der witzige Umgang mit ihrer Situation immer wieder beeindruckt. Auch da habe ich mir versucht vorzustellen, dass ich, wäre ich in einer vergleichbaren Situation, was ich glücklicherweise nicht bin, vielleicht ebenso Galgenhumor-affin wäre…
    Zuletzt noch zu van Houten. Mich hat die Nebenstory ziemlich angesprochen, nicht zuletzt weil es um die Bedeutung eines Buches für einen Menschen ging. Die Person van Houten war dann ziemlich überraschend – was ich aber auch wieder gut fand, weil alles andere dann wirklich kitschig gewesen wäre (ein Autor der die beiden herzlich empfangen hätte, das Ende erzählt usw). Lediglich das Ende, sein Wiederauftauchen etc. wirkt konstruiert und ein wenig überzogen, da geb ich dir Recht.
    Fazit: Okay, es ist stellenweise ersichtlich, dass es ein durchkonstruiertes Buch ist. Aber letztlich ist das wohl jedes Buch und ich nehme es diesem wirklich nicht übel.
    LG Laura

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    • Ken Takel 8. Februar 2013 um 22:08 #

      Hey! Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Deine Erläuterungen sind auch für mich nachvollziehbar. Und du bist ja nicht die einzige, die von dem Roman begeistert war :o)
      Das war auch ein bisschen das Problem. Ich habe den Roman quasi mit so viel Vorschusslorbeeren bekommen, dass er meine hohen Erwartungen einfach nicht wirklich erfüllen konnte.

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      • laura 10. Februar 2013 um 22:09 #

        Gern geschehen, das musste ich noch irgendwie loswerden :) Oh ja, das mit den hohen Erwartungen kenne ich… Diese Erwartungshaltung kann manchmal sehr hinderlich sein und einem ein Buch „vermiesen“. Ich habe das jüngst bei „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von E. Ruge erlebt…

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  3. Miyann 14. Februar 2013 um 19:58 #

    Wie schön, mal eine kritische Stimme zu diesem Buch zu hören. Ich kenne es bisher noch nicht, aber die vielen positiven Rezensionen machen mich wirklich stutzig. Es muss doch Menschen geben, die dem Buch nichts abgewinnen können. Oder es vielleicht nicht bis in den Himmel hypen.
    Nun habe ich endlich einen gefunden. Ich glaube, ein großer Hype um ein Buch, macht es wirklich schwer, unbescholten ranzugehen, bzw. lesen, denn schließlich erwartet man viel und liest das Buch dann wohl noch kritischer. Ich ticke da ganz genauso – wohl auch ein Grund, weshalb ich mich noch nicht rangewagt habe, aus Sorge, den Querschläger spielen zu müssen, dessen Rolle ich schon zu häufig einnehme. ;)

    Deine Rezension hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen, interessant, sehr interessant. Es wirkt beinahe so, als wäre dieser Roman zu glatt. Story, Charaktere, Dialoge …
    Spätestens wenn es das Taschenbuch gibt, werde ich mir das ganze mal genauer angucken.

    Dein Blog gefällt mir übrigens sehr gut, hier werde ich sicher öfter reinschauen.

    Viele Grüße
    Miyann

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    • Ken Takel 15. Februar 2013 um 11:11 #

      Danke! Das Buch ist so dünn, dass man es sowieso schnell gelesen hat. Im schlimmsten Fall gefällt es einem eben nicht :o)

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  4. Regine 23. Januar 2015 um 08:36 #

    Hey! Wenn man sich das Video mit dem Autor ansieht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass er dieses Buch tatsächlich geschrieben hat. Passt gar nicht richtig zusammen, aber vielleicht hat es auch einfach einen Nerv bei mir getroffen. Sein Vorgängerbuch „eine wie Alaska“ war auch eine Jugendgeschichte, mit der ich aber absolut nichts anfangen konnte, das habe ich noch nichtmal zu Ende gelesen. Ich habe den Hype um „the fault in our stars“ aber im Vorfeld überhaupt nicht mitbekommen (scheinbar lebe ich manchmal hinter dem Mond..:-) und war dementsprechend positiv überrascht; das Buch bekommt man – jetzt, drei Jahre nach der Ersterscheinung – in jedem Supermarkt. Ich muss aber dazu sagen, dass ich einen persönlichen Bezug zur Geschichte aufgebaut habe und konnte mich mit den Darstellern identifizieren, außerdem liebe ich Geschichten die teilweise in Amsterdam spielen ;-) auch deswegen fand ich das Buch ziemlich gut…
    Teilweise konnte ich deine Kritik aber auch nachvollziehen. Aber was die konstruierte Story angeht: hast du schon Passagier 23 von Fitzek gelesen? Das nenne ich dann mal mega konstruiert und völlig überbewertet. Muss auch mal eine Kritik dazu schreiben ;-) liebe Grüße aus Bonn, Regine

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    • Ken Takel 23. Januar 2015 um 13:07 #

      Von Fitzek habe ich noch nichts gelesen obwohl ich schon immer wissen wollte, warum der so gehyped wird.
      Aber vielleicht brauch ich es auch nicht zu wissen :o)
      Beste Grüße!

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  1. awesomatik Books 2013 | awesomatik - 31. Dezember 2013

    […] The fault in our stars – John Green Liebesgeschichte um zwei krebskranke Jugendliche. Für junge Leser ausreichend. […]

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