Headhunter – Jo Nesbø

4 Jan

11785779awesomatik auf Buchfühlung 
Headhunter – Jo Nesbø

Mir ist also irgendwie dieses Buch in die Finger geraten. Nach zehn Seiten denke ich: „– Moooment mal! Das kommt mir doch alles reichlich bekannt vor!“

Tja, da hatte ich wohl schon diese Verfilmung aus dem Jahr 2011 gesehen:

Der Film war recht unterhaltsam, wenn ich mich recht entsinne. Praktischerweise hatte ich aber schon die wesentlichen Details vergessen, so dass ich gespannt weiterlas…

Roger Brown ist der beste Headhunter Norwegens. Wenn er jemanden für einen Posten empfiehlt, fressen ihm die Unternehmen aus der Hand. Doch Brown spielt ein falsches Spiel. Und als sich sein vermeintlicher Top-Kandidat als gefährlicher Widersacher entpuppt, wird er plötzlich zum Gejagten. 

Der Roman fängt vielversprechend an. Auf den ersten Seiten fühlte ich mich an Bret Easton Ellis‘ American Psycho erinnert. Ein unsympathischer Protagonist, der in der Welt der Reichen und Schönen agiert, oberflächlich ist und nach  Luxus und Status giert. Seinen überbordenden Lebensstil, versucht er durch einen Zweitjob als Kunstdieb im Gleichgewicht zu halten.

Dieses Ausgangssituation wäre mir schon fast spannend genug aber Nesbø reichte das bei Weitem nicht aus. Als Roger Browns auf den potentiellen Top-Kandidaten Clas Greve trifft, nimmt der Roman eine Welle von aberwitzigen, blutigen und grotesken Wendungen. Mehr soll  hier natürlich nicht verraten werden.

Während sich die Anfangshandlung weitestgehend im Bereich des Möglichen bewegt, nimmt die Geschichte in der zweiten Hälfte geradezu Tarantinoesque Züge an. Diese wahnwitzige Achterbahnfahrt an Ereignissen ist zwar recht unterhaltsam aber mehr als unglaubwürdig. 

Viel besser hat mir da der erste Teil gefallen, der sich um das psychologische Katz und Maus Spiel der beiden Alpha-Tiere dreht. Während sich Brown noch in Sicherheit wähnt, dämmert dem dem Leser schon,  dass Unheil im Verzug ist.

Die Liebesbeziehung zwischen Brown und seiner Freundin Diana erscheint zwar zu keiner Zeit wirklich plausibel und auch über andere Ungereimtheiten sollte man hinwegsehen. Alles in allem bleibt Headhunter aber ein rasanter Pageturner. Flüssig geschrieben und mit interessanten Fakten versehen.

Für mich war es das erste Buch von Jo Nesbø, so dass es keine Erwartungen gab, die nicht erfüllt werden konnten, ich habe allerdings schon einige enttäuschte Rezensionen von Fans der Harry Hole Reihe gelesen. Hier scheint der  norwegischen Autor mal etwas anderes ausprobiert zu haben. 

Fazit – Thriller auf Steroiden
Wer keinen Literaturnobelpreis erwartet und sich nicht von einer konstruierten, fast schon klamaukartigen Handlung mit zahlreichen Twists gestört fühlt, der kann mit Headhunter eine Menge Spaß haben. Spannend, eklig, blutig und brutal aber immer auf der schwarzhumorigen Schiene fahrend.

Nesbø hat sich hier so richtig ausgetobt und scheint viel Freude beim Schreiben gehabt zu haben. 

300 Seiten Blut, Schweiß, Tränen und Scheiße. Einsteigen bitte. Aber das Anschnallen nicht vergessen!

Wertung 3/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut     5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum
Selbst wenn einem der Roman nicht gefällt, hat man mit der Lektüre dennoch eine gute Tat geleistet. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf fließt in eine von Nesbø gegründete Stiftung, die sich für die Bekämpfung von Analphabetismus einsetzt. 

Folgt awesomatik auch auf Facebook und Twitter!

11785779Amazon Partnerlink
Headhunter

Advertisements

8 Antworten to “Headhunter – Jo Nesbø”

  1. Frau Tonari 4. Januar 2014 um 20:28 #

    Danke für den Lesetipp. Ich mag die Harry Hole Reihe sehr. Also versuche ich mich doch auch mal an diesem Buch, von dem ich bis eben glaubte, es sei bisher „nur“ auf Englisch erhältlich.

    Gefällt mir

    • Ken Takel 7. Januar 2014 um 12:18 #

      Na hoffentlich gefällt’s dir. Wie gesagt scheinen die Hole Fans da geteilter Meinung zu sein!

      Gefällt mir

  2. trix 4. Januar 2014 um 21:38 #

    Allein wegen des Kuriosums sollte man es wohl kaufen. Hm. Ich muss mal im Regal schauen. Irgendwie kommt mir das bekannt vor … aber gelesen hab ich es noch nicht. O_o Vielleicht nur schon gekauft und dann versehentlich vergessen? Klingt nicht unwahrscheinlich!!! ;)

    Gefällt mir

    • Ken Takel 7. Januar 2014 um 12:19 #

      Ja, bei mir stehen auch noch einige ungelesene Bücher herum aber dieses Jahr werde ich mir mal einige davon vornehmen!

      Gefällt mir

  3. bullion 5. Januar 2014 um 15:19 #

    Der Film wurde ja überall gelobt, so dass ich hohe Erwartungen hatte. Letztendlich fand ich ihn nur durchschnittlich. Ganz nett, aber eben auch nicht mehr. Da hatte ich mir mehr erwartet.

    Gefällt mir

  4. Ines Kirchner 5. Januar 2014 um 21:04 #

    Ich glaube, dann lese ich doch lieber die Harry Hole Reihe weiter…

    Gefällt mir

Trackbacks/Pingbacks

  1. awesomatik Books 2013 | awesomatik - 4. Januar 2014

    […] Headhunter –  Jo Nesbø Thriller auf Steroiden – Rasant, blutig, […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: