Wanderbares Mallorca

7 Mai

IMGP0767awesomatik auf Mallorca
Port de Sóller –  Sóller  – Deià

Wer auf Mallorca wandern möchte, der wird unweigerlich auf den Fernwanderweg GR 221 stoßen, der in acht Etappen einmal durch die gesamte Sierra Tramuntana führt. Ein 150km langer,  anspruchsvoller Weg, der teilweise durch alpines Gelände führt.

Leider sind die ersten Etappen nicht ausgeschildert und Herbergen nur begrenzt vorhanden. Dennoch waren wir Feuer und Flamme uns an der Trockensteinmauerroute zu versuchen.
Dummerweise ist aktuell auf der längsten Etappe die Unterkunft Tossals Verds wegen Umbauten bis Juni 2014 geschlossen. Alternative Routen waren zumindest aus Deutschland schwer zu planen.

Und so haben wir kurzerhand umdisponiert und uns eine Unterkunft in Port de Sóller, dem Wanderzentrum von Mallorca gebucht. Von dort führen zahlreiche Wege in die umliegenden Berge. Auch große Abschnitte des GR 221.

Also los, mir nach!

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 Als erstes wird die nähere Umgebung erkundet. Dafür wählen wir die Route 23 aus dem Rother Wanderführer (siehe Unten).

Port de Soller liegt in einer sehr schönen Bucht, die Strandpromenade ist weder prächtig noch hässlich und die Stimmung am Strand unaufgeregt (zumindest in dieser Jahreszeit).

Unser Weg führt uns zunächst zum Leuchtturm, von dem aus man einen guten Ausblick auf die Bucht und das offene Meer hat. 

Port de Sóller (c)awesomatik.comPort de Sóller (c)awesomatik.comPort de Sóller (c)awesomatik.comPort de Sóller (c)awesomatik.com

Von dort geht es durch grüne Olivenhaine bald wieder bergab. Da der Tag noch jung ist beschließen wir die Etappe etwas zu verlängern und nach Sóller zu laufen.

Sóller (c)awesomatik.comDie Terrassenartige Bepflanzung  wirkt landschaftlich wie eine zahme Version von Marokko. Sóller (c)awesomatik.comVorbei an herrschaftlichen, palmenbesäumten Fincas und  uralten Olivenbäumen führt uns der Weg weiter.

Sóller (c)awesomatik.comPort de Sóller (c)awesomatik.comSóller (c)awesomatik.comSóller (c)awesomatik.comSóller (c)awesomatik.comBis ins stille Örtchen Sóller und wieder zurück. Ein traumhafter Tag geht zu Ende und wir fallen selig in unser viel zu weiches Bett. Port de Sóller (c)awesomatik.comJetzt wo unsere Muskeln warmgelaufen und die Menisken geschmiert sind, wollen wir den nächsten Tag anspruchsvoller gestalten und suchen uns eine der schwersten Routen aus dem Wanderführer heraus. Route 26, der Puig de Bálitx.

Und die  fängt erfreulich entspannt an.  Doch als wir gerade einen Weg Richtung Berge einschlagen, stoppt uns ein aufgeregter Einheimischer mit freiem Oberkörper. Hier sei ein Privatgrundstück, betreten verboten. 
Als wir ihn zur Rede stellen und ihm unseren Wanderführer unter die Nase halten, zeigt er mit hochrotem Kopf auf das Foto auf Seite 91 und ruft „Este es el Cabrón!“. „Das ist der Scheißkerl!“. 
Und dann berichtet er, dass dieser Mann auf Mallorca lebt und Wanderrouten erstellt, die durch Privatgrundstücke führen. Dann kämen die Touristen wie die Ziegen den Berg hoch und machten alles kaputt. So nimmt unsere Tour nach einer Stunde ein jähes Ende! 

Port de Sóller (c)awesomatik.com Port de Sóller (c)awesomatik.com Port de Sóller (c)awesomatik.comIch weiß in dem Moment nicht über wen ich mich mehr aufregen soll. Den Guide, der falsche Routen anlegt. Oder den Grundbesitzern, die auf ganz Mallorca den Wanderern das Leben schwer machen. Einige sollen sogar Zäune direkt durch den GR221 gezogen haben. Wanderfreundlich ist etwas anderes. 
Möglicherweise könnte man die Tour andersherum laufen aber jetzt muss erstmal Plan B her. Und so beschließen wir kurzerhand die Tour 24 von Port de Sóller über Llucalcari nach nach Deià zu laufen. 
Serra Tramuntana (c)awesomatik.com Llucalcari (c)awesomatik.com Llucalcari (c)awesomatik.comDer märchenhafte Weg führt uns durch das Mikrodorf Llucalcari und unter Aleppo-Kiefern an türkisen Buchten vorbei… 

Deía (c)awesomatik.com Deía (c)awesomatik.comDeía (c)awesomatik.com Deía (c)awesomatik.com…bis zum idyllischen Strand von Deià.
Deía (c)awesomatik.com Deía (c)awesomatik.comWir verzichten auf ein Bad und steigen stattdessen auf in das mallorquinische Künstlerdorf. 
Deía (c)awesomatik.com Deía (c)awesomatik.com Deía (c)awesomatik.comNach über fünf Stunden Wanderschaft kommen wir K.O. und glücklich in Deià an, nur um festzustellen, dass der nächste Bus nach Sóller erst in vier Stunden fährt.

Nach kurzem hin und her beschließen wir zu trampen. Und schon das zweite Auto hält und bringt uns fast vor unsere Haustür. Die Fahrer sind ebenfalls wanderbegeisterte Deutsche. Wer hätte das gedacht!

Ein weiterer Bilderbuch-Urlaubstag geht zu Ende. Wir sind erst ein paar Tage hier und haben schon so viel erlebt. So sollte es immer sein. Es ginge einfach vieles besser, wenn man mehr ginge. Leider bin ich: born to hike but forced to work! 

Aber noch wird gewandert!
Deía (c)awesomatik.com

Mehr weltweite Inspirationen in meinem Reisetagebuch!

awesomatik auf Mallorca:
Teil 1 – Mein erstes Mal(lorca)
Teil 2 – Wanderbares Mallorca
Teil 3 – Unter Olivenbäumen
Teil 4 – 50 Shades of blue

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11 Antworten to “Wanderbares Mallorca”

  1. bullion 7. Mai 2014 um 19:56 #

    Vielleicht sollte ich doch auch mal nach Mallorca. War ja auch noch nie. Aus den so bekannten Gründen. Das hier sieht allerdings toll aus!

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  2. allesistgut 8. Mai 2014 um 09:12 #

    So wunderschöne Eindrücke. Das sieht alles so toll aus. Das mit dem Reiseführer ist ja wirklich ärgerlich. Aber ihr habt ja eine schöne Alternative gefunden. Und Deinen Satz „Es ginge einfach vieles besser, wenn man mehr ginge.“ kann ich voll unterschreiben. Habe ich gerade wieder in Prag gemerkt, wo wir extrem viel rumgelaufen sind.
    Lieben Gruß. :)

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    • Ken Takel 8. Mai 2014 um 10:20 #

      Der Satz/Sprichwort ist nicht von mir :0) aber ich kann auch nur zustimmen. Man bekommt den Kopf frei und erlebt viel mehr als wenn man von A nach B fährt.
      Nach zwei Tagen wandern hatte man schon das Gefühl eine Woche auf der Insel zu sein.
      Bis auf diese eine Route, war der Wanderführer übrgens sehr gut. Wahrscheinlich hatten wir einfach gerade Pech, dass der Grundbesitzer zu Hause war. Die Route war allerdings auch neu in der aktuellen Ausgabe…

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  3. Joe 11. Mai 2014 um 23:37 #

    Das Zitat „Es ginge einfach vieles besser, wenn man mehr ginge“ stammt von Gottfried Wilhelm Seume aus seiner Reisebeschreibung „Spaziergang nach Syrakus“ ;-)

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    […] gestrige Tour steckt uns noch in den Knochen aber  neue Traumpfade wollen entdeckt werden. Und so folgen wir […]

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